Szia an alle, die gespannt auf die nächsten drei Monate gewarten haben (ich hoffe es gibt überhaupt noch jemanden, der sich ab und an noch auf diesen Blog verirrt :))Da sitz ich nun in meiner mittlerweile dritten Wohnung auf der Couch mit unserer allerliebsten Katze Szófi ("Sophie") an meiner Seite, die sich freut, dass endlich mal wieder jemand zu Hause ist, und überleg darüber, was ich wohl mit euch allen teilen könnte. Für die, die keine Lust haben sich durch die kommenden Zeilen zu wühlen, mache ich es am besten gleich kurz: Es ist absolut cool hier und ich würde am liebsten die Zeit zum Stillstand bringen, um noch ein paar Monate länger in dieser absolut coolen Wg zu verbringen. Uuund, mein ungarisch wird von Tag zu Tag besser. Und mein Deutsch wohl von Tag zu Tag schlechter :)
Soa, und jetzt kommt die Langfassung für alle diejenigen, die ein bisschen mehr Zeit mitgebracht haben.
Also, wie gesagt, wohn ich mittlerweile in Wohnung Nummer 3 - ohne Freund (das ganze ist mir jetzt n bisschen kompliziert zu erklären), dafür mit 3 absolut coolen "lakót
és.. meg mindig melegebb volt mint az északi tenger nyáron (und.. war immer noch wärmer als die Nordsee im Sommer). Ich hab schon Theorien gehört, dass die "natürliche" Melancholie der Ungarn wohl daher rührt, dass sie seit dem Vertrag von Trianon nach dem 1. Weltkrieg ihren Meerzugang mit dem Verlust von Kroatien verloren haben. Also mal ehrlich, ich find bei dem See brauch man wirklich kein Meer mehr. Wobei man ja auch sagen muss, dass ich jetzt nur im Frühling da war, im Sommer ist die Gegend nämlich regelrecht überschwemmt von (deutschen) Touristen. Und das alles nur wegen der schönen Piroschka. Autsch, es tut schon weh, den Namen so zu schreiben, eigentlich sollte das nämlich PiroSka heißen, aber weil die meisten Deutschen in den 50 Jahren noch große Schwierigkeiten mit der ungarischen Aussprache haben, hat sich der Regisseur vom 50-er Jahre Heimatfilm "Ich denke oft an Piroschka" gedacht, er passt das Ganze mal lieber an deutsche Bedürfnisse an. Der Film handelt vom deutschen Austauschstudenten, der in die ungarische "Puszta" reist, sich natürlich sofort in die schöne "Piroschka" verliebt, nebenbei noch schön viel "Gulasch" und "ungarischen Wein" verspeist, die "ungarische Gastfreundschaft" kennenlernt und erfährt, dass quasi alle Ungarn "perfektes Deutsch" sprechen.. oh ja und natürlich unglaubliche Schwierigkeiten mit der ungarischen Sprache hat, angefangen schon mit dem Namen des Dorfes, in dem er auf Piroschka trifft: "Hódmezövásárhelykutasipuszta". Sehr geil, der Film trieft regelrecht vor Klischees, aber Andi und ich hatten schon ziemlichen Spaß :D
Ich bin in letzter Zeit recht viel gereist und ich hoffe und bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass es wohl so in nächster Zeit noch ein bisschen weitergehen wird. Ich finds total schade, dass sich in Deutschland der Blick wirklich meistens immer nur gen Westen richtet, wenn der Osten eigentlich viel interessanter ist. Im März war ich mit den anderen Studienstiftlern ausm dem Osteuropäischen Metropolenprogramm für ein paar Tage in Kiew.. und ich muss sagen, dass war schon so ein bisschen wie das Eintauchen in eine andere Welt. Bis auf die gerade besonders schmerzlich zu spürenden wirtschaftlichen Spätfolgen und das schwache politische System merkt man meiner Meinung in Ungarn und insbesondere auch in Budapest kaum
noch etwas vom sozialistischen "Erbe". Sämtliche Sowjet-Statuen sind schon seit der Wende aus der Stadt verbannt worden und fristen am Rande Budapest in einem Gedenkpark ihr Dasein und auch sonst sind sämtliche Erinnerung an den Sozialismus aus der Stadt verbannt worden (mal abgesehen von kleinen Überbleibseln vielleicht, dass man zum Beispiel als über 65-er nicht für die öffentlichen Verkehrsmittel bezahlen muss). Ganz anders ist die Situation dagegen in Kiew. Eines der eindrucksvollsten Beispiele war zum Beispiel eine riesige überlebensgroße Frauenstatue namens "Unsere liebe Mutter Heimat" (oder so ähnlich), deren Unterarme es alleine schon mit meinen Oberschenkeln aufnehmen könnten. Das Ganze wurde natürlich größer als die Freiheitsstatue entworfen, um die Überlegenheit über den kapitalistischen Westen zu demonstrieren. Sehr eindrucksvoll das Ganze. Der Menschenschlag ist nochmal ein ganz anderer als in Ungarn. Vielleicht war das auch nur unser Eindruck, aber irgendwie hatte man doch das Gefühl, dass der Durchschnittsbürger 10 cm größer war als der Durchschnittsdeutsche. Auf der Straße wird eigetnlich so gut wie gar nicht, was mich am Anfang total irritiert hat, aber unsere Ukrainer und Russen (also, die Deutschen die zur Zeit da studieren) haben das so erklärt, dass man sich sein Lächeln für den Moment aufhebt, wo man es tatsächlich ernst meint und mit vollem Bewusstsein ausübt. Eigentlich etwas, worüber es sich lohnt nachzudenken. Sonst waren die Ukrainer, die wir getroffen haben unglaublich nett und hilfsbereit und wir hatten ein paar richtig schöne Tage in der Stadt des absoluten politischen Chaoses.Anfang
Haha, und unser Problem war eigentlich, dass wir auf der Zugreise hin so ziemlich alles falsch gemacht haben, was man so falsch machen konnte, und natürlich haben wir nicht verstanden, dass wir umsteigen mussten.. in Füzesabony, wie sich in Miskolc - eine Stunde zu spät natürlich - rausgestellt hat. Also wieder zurück in den Zug in die andere Richtung, aber als wir dann schließlich wieder saßen, hatten wir natürlich schon wieder den Namen der Umsteigestation vergessen und haben in eigener Interpretation und in gebrochenem Ungarisch uns erkundigt "Kérem, hol van.. Tüzasszony?", was in der Übersetzung so viel heißt wie "Entschuldigung, wo ist.. Feuerfrau?". Hat dann noch n bisschen gedauert, bis uns endlich klar war, warum sämtliche Leute in Lachen ausgebrochen sind..
Nächster Stop
: Belgrad, Serbien. Ihr wisst ja spätestens seit Krakau, wie begeistert ich von Couchsurfing bin, und in Belgrad wars dann mal wieder so weit. Zufällig bin ich bei dem Mädel gelandet, dass ganz Belgrad kennt und ich hab wieder mal - zum Glück- gelernt an Vorurteilen zu arbeiten. Belgrad ist wirklich nicht so die allerschönste Stadt, aber sämliche Menschen, die ich während meiner Reise kennengelernt habe (was dank meiner Gastgeberin nicht gerade wenige waren), waren so unglaublich nett und gastfreundlich und haben mir in der kurzen Zeit quasi alles gezeigt, was es so in Belgrad zu sehen gibt, einschließlich Titos Mausoleums und typischer serbischer Kneipen mit Volksmusik, die so beliebt waren, dass man kaum einen Platz bekommen hat. Ich war nicht unbedingt skeptisch oder hatte Angst vor meiner Abreise, aber mir war doch schon ein bisschen mulmig vor meiner Abreise gewesen, besonders nachdem mein ungarischer Sprachlehrer quasi seine Hände überm Kopf zusammengeschlagen hat, als er von meinen Plänen gehört hat alleine nach Serbien zu fahren. Das interessante ist, dass die Vorurteile, die gegenüber Serbien bestehen, zumindest auf Belgrad vollkommen unzutreffend sind. Klar gibt es Stadtteile, die man lieber meiden sollte, aber es ist generell absolut gar kein Problem nachts durch die Stadt zu laufen zum Beispiel. Was fast noch interessanter war, waren die Geschichten meiner Gastgeberin über die NATO-Bombardierungen Belgrads während des Kosovokrieges. Die ersten Tage der Bombardierung waren ziemlich schrecklich, aber laut ihrer Erzählungen sind bereits nach der ersten Woche, die Leute nicht mehr in die Bunker geflüchtet, sondern haben relativ pragmatisch ihr Leben weitergeführt. Sie meinte, eigetnlich sei dieses Jahr eines der besten ihres Lebens gewesen, weil sämtliche Theater und Kinos ständig Gratisvorstellungen zur Volksablenkung gegeben hätten. Die Bevölkerung ist mittlerweile relativ gespalten über den Kosovo an sich, auf der einen Seite argumentieren einige, dass die Kosovo-Albaner nach all den gegen sie verübten Gräultaten durchaus ein gewisses Recht auf einen eigenen Staat haben, auf der anderen Seite gilt das Gebiet des Kosovos als die Wiege der serbischen Nation und deswegen ist es kaum akzeptierbar die Region aufzugeben. Ich wär auch noch total gerne in den Kosovo gereist, aber leider hat die Zeit dazu dann doch nicht mehr gereicht.
Und daaaann... hab ich endlich die Person wieder getroffen, die ihren Blog noch seltener im Ausland updated als ich... SINA :D Voll die coole Zeit, zwei Tage durchs eiskalte Budapest latschen und über alles quatschen, was wir erlebt haben in den letzten Monaten.. und hach... die Zeit war einfach echt zu kurz, mann.. komm bald ma zurück!! :-*Hey und zu unserer Verteidigung, der Kuchen war echt leckerer als er aussieht!!!
Danach riss der Besucherstrang kaum ab, Sebastian war da (ich sag nur: 70 Maschinenbauer in einem Bus auf Tagestrip nach Ungarn um zu gucken wie hier Autos gebaut werden), Pia ebenfalls für eine Woche, die auch mal auschecken wollte, wo ich hier so gelandet bin und danach haben Papa und Marius, der meine Mama mit ihrem kaputten Knie vertreten hat, ihren Weg in meine nagelneue Wohnung gefunden. Sprich, ich war in den letzten Woche geschätzte sieben Mal in der Burg, 10 Mal auf der Kettenbrücke und habe sämtlichen anderen Sehenswürdigkeiten Budapests mindestens 1 Mal abgeklappert.. ^^ aber es war trotzdem echt cool mit euch allen!!
kamen in den näcshten paar Stunden noch 3 mehr und wir hatten schon mal eine Unterkunft. Der Besuch war total intensiv und interessant und wir haben im Endeffekt mit unserer Gastgeberin und ihrem besten Freund quasi die Nächte durchquatscht (über Feminismus und so.. ihr wisst schon - eins meiner Lieblingsthemen) und haben uns tagsüber noch mit einem der anderen Couchsurfer getroffen, der mit uns und seinem Freund die Stadt unsicher gemacht hat. Szeged ist ein echt schönes Städtchen und bei der Gesellschaft sind wir dann glatt noch mal eine Nacht länger geblieben als ursprünglich geplant. Am nächsten Tag haben wir dann noch dem nationalen Geschichtsfreilichtmuseum im kleinen Örtchen Ópusztaszer und seinem "Körkép" verbracht, einem 360° Bild, was uns in den Genuss dieser wunderbaren Beschreibung kommen ließ :
Also meine Lieben, DAS WARS JETZT ERSTMAL!!
Das war nämlich alles, war mir so spontan eingefallen ist, über mein Praktikum, das bei der deutschsprachigen Zeitung Budapests morgen losgeht, erzähl ich euch später mal, genauso wie über meinen absolut genialen Privatprof dieses Semester sowieso mein Praktikum bei der deutschen Botschaft in Uganda (jaja, ich weiß, ich habs mit dem U) erzähl ich euch dann beim nächsten Mal!
Minden jót mindenkinek!

