Sonntag, 19. April 2009

und die nächsten drei Monate

Szia an alle, die gespannt auf die nächsten drei Monate gewarten haben (ich hoffe es gibt überhaupt noch jemanden, der sich ab und an noch auf diesen Blog verirrt :))

Da sitz ich nun in meiner mittlerweile dritten Wohnung auf der Couch mit unserer allerliebsten Katze Szófi ("Sophie") an meiner Seite, die sich freut, dass endlich mal wieder jemand zu Hause ist, und überleg darüber, was ich wohl mit euch allen teilen könnte. Für die, die keine Lust haben sich durch die kommenden Zeilen zu wühlen, mache ich es am besten gleich kurz: Es ist absolut cool hier und ich würde am liebsten die Zeit zum Stillstand bringen, um noch ein paar Monate länger in dieser absolut coolen Wg zu verbringen. Uuund, mein ungarisch wird von Tag zu Tag besser. Und mein Deutsch wohl von Tag zu Tag schlechter :)


Soa, und jetzt kommt die Langfassung für alle diejenigen, die ein bisschen mehr Zeit mitgebracht haben.


Also, wie gesagt, wohn ich mittlerweile in Wohnung Nummer 3 - ohne Freund (das ganze ist mir jetzt n bisschen kompliziert zu erklären), dafür mit 3 absolut coolen "lakótars" (Mitbewohnern) (den beiden Geschwister Andi (Mädchen) (siehe rechts) und Laci (Junge) und unserer dritten Mitbewohnerin Kriszti) und bin absolut und einfach total glücklich so. Mein Zimmer ist zwar relativ klein, dafür die Wohnung umso größer, mit einer schön großen Wohnküche und einem riesigen Wohnzimmer und einfach alles total schön eingerichtet. Ich hab grad leider keine Fotos, aber ich guck mal, ob ich in nächster Foto mal welche hochladen kann. Ich wohn hier mittlerweile seit schon zwei Monaten (seit Mitte Februar) und bin einfach nur glücklich, dass ich mich doch noch mal auf die Suche nach einer Wohnung gemacht habe. Meine Mitbewohner in der zweiten Wohnung waren zwar auch echt nett, aber leider total selten da, weil alle schon gearbeitet haben und die Wohnung selbst war in ihrem "ich-bin-seit-der-Revolution-1956-nicht-mehr-renoviert-worden"-Stil so grauenhaft deprimierend, dass ich irgendwie einfach nur das Gefühl hatte, ich muss hier raus und suche mir ne Wohnung, aus der ich nicht mit Depressionen wieder zurück nach Deutschland komme =). Und die hab ich wirklich gefunden und seit der 1. Woche habe ich eigentlihc das Gefühl, dass ich schon seit Ewigkeiten hier wohne. Ich komme auch grad zurück vom Wochenende bei Andi und Laci zuhause in Siófok in der Nähe vom Plattensee ("Balaton") und - mal abgesehen davon, dass mir noch ein bisschen der Kopf raucht vom nur Ungarisch sprechen und hören- war es einfach total cool. Ich bin natürlich der Tradition treu geblieben in jedem Wetter in das Gewässer zu springen, an dem ich mich gerade befinde :D
és.. meg mindig melegebb volt mint az északi tenger nyáron (und.. war immer noch wärmer als die Nordsee im Sommer). Ich hab schon Theorien gehört, dass die "natürliche" Melancholie der Ungarn wohl daher rührt, dass sie seit dem Vertrag von Trianon nach dem 1. Weltkrieg ihren Meerzugang mit dem Verlust von Kroatien verloren haben. Also mal ehrlich, ich find bei dem See brauch man wirklich kein Meer mehr. Wobei man ja auch sagen muss, dass ich jetzt nur im Frühling da war, im Sommer ist die Gegend nämlich regelrecht überschwemmt von (deutschen) Touristen. Und das alles nur wegen der schönen Piroschka. Autsch, es tut schon weh, den Namen so zu schreiben, eigentlich sollte das nämlich PiroSka heißen, aber weil die meisten Deutschen in den 50 Jahren noch große Schwierigkeiten mit der ungarischen Aussprache haben, hat sich der Regisseur vom 50-er Jahre Heimatfilm "Ich denke oft an Piroschka" gedacht, er passt das Ganze mal lieber an deutsche Bedürfnisse an. Der Film handelt vom deutschen Austauschstudenten, der in die ungarische "Puszta" reist, sich natürlich sofort in die schöne "Piroschka" verliebt, nebenbei noch schön viel "Gulasch" und "ungarischen Wein" verspeist, die "ungarische Gastfreundschaft" kennenlernt und erfährt, dass quasi alle Ungarn "perfektes Deutsch" sprechen.. oh ja und natürlich unglaubliche Schwierigkeiten mit der ungarischen Sprache hat, angefangen schon mit dem Namen des Dorfes, in dem er auf Piroschka trifft: "Hódmezövásárhelykutasipuszta". Sehr geil, der Film trieft regelrecht vor Klischees, aber Andi und ich hatten schon ziemlichen Spaß :D


Ich bin in letzter Zeit recht viel gereist und ich hoffe und bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass es wohl so in nächster Zeit noch ein bisschen weitergehen wird. Ich finds total schade, dass sich in Deutschland der Blick wirklich meistens immer nur gen Westen richtet, wenn der Osten eigentlich viel interessanter ist. Im März war ich mit den anderen Studienstiftlern ausm dem Osteuropäischen Metropolenprogramm für ein paar Tage in Kiew.. und ich muss sagen, dass war schon so ein bisschen wie das Eintauchen in eine andere Welt. Bis auf die gerade besonders schmerzlich zu spürenden wirtschaftlichen Spätfolgen und das schwache politische System merkt man meiner Meinung in Ungarn und insbesondere auch in Budapest kaum noch etwas vom sozialistischen "Erbe". Sämtliche Sowjet-Statuen sind schon seit der Wende aus der Stadt verbannt worden und fristen am Rande Budapest in einem Gedenkpark ihr Dasein und auch sonst sind sämtliche Erinnerung an den Sozialismus aus der Stadt verbannt worden (mal abgesehen von kleinen Überbleibseln vielleicht, dass man zum Beispiel als über 65-er nicht für die öffentlichen Verkehrsmittel bezahlen muss). Ganz anders ist die Situation dagegen in Kiew. Eines der eindrucksvollsten Beispiele war zum Beispiel eine riesige überlebensgroße Frauenstatue namens "Unsere liebe Mutter Heimat" (oder so ähnlich), deren Unterarme es alleine schon mit meinen Oberschenkeln aufnehmen könnten. Das Ganze wurde natürlich größer als die Freiheitsstatue entworfen, um die Überlegenheit über den kapitalistischen Westen zu demonstrieren. Sehr eindrucksvoll das Ganze. Der Menschenschlag ist nochmal ein ganz anderer als in Ungarn. Vielleicht war das auch nur unser Eindruck, aber irgendwie hatte man doch das Gefühl, dass der Durchschnittsbürger 10 cm größer war als der Durchschnittsdeutsche. Auf der Straße wird eigetnlich so gut wie gar nicht, was mich am Anfang total irritiert hat, aber unsere Ukrainer und Russen (also, die Deutschen die zur Zeit da studieren) haben das so erklärt, dass man sich sein Lächeln für den Moment aufhebt, wo man es tatsächlich ernst meint und mit vollem Bewusstsein ausübt. Eigentlich etwas, worüber es sich lohnt nachzudenken. Sonst waren die Ukrainer, die wir getroffen haben unglaublich nett und hilfsbereit und wir hatten ein paar richtig schöne Tage in der Stadt des absoluten politischen Chaoses.


Anfang des Jahres (ich glaub,das war noch im Januar, da bin ich mir aber nicht mehr so ganz sicher) war ich schon in einer der ungarischen Weinstädte, Eger, mit drei deutschen Freunden, was zwar verdammt kalt war, besonders weil ich natürlich keine wirkliche Winterjacke dabei hatte, weil ich nicht wirklich damit gerechnet hatte, dass es in Ungarn wegen des Kontinentalklimas so kalt werden würde, aber wir hatten schöne zwei Tage, inklusiver unserer Pensionsvermieterin, die es nicht wirklicih interessiert hat, dass meine Ungarischkenntnisse zu dem Zeitpunkt noch nicht so wirklich ausgeprägt waren und mich ohne Pause mindestens eine halbe Stunde auf Ungarisch zugelabert hat - inklusive über ihre Kurpläne wegen ihrer Rückenbeschwerden.
Haha, und unser Problem war eigentlich, dass wir auf der Zugreise hin so ziemlich alles falsch gemacht haben, was man so falsch machen konnte, und natürlich haben wir nicht verstanden, dass wir umsteigen mussten.. in Füzesabony, wie sich in Miskolc - eine Stunde zu spät natürlich - rausgestellt hat. Also wieder zurück in den Zug in die andere Richtung, aber als wir dann schließlich wieder saßen, hatten wir natürlich schon wieder den Namen der Umsteigestation vergessen und haben in eigener Interpretation und in gebrochenem Ungarisch uns erkundigt "Kérem, hol van.. Tüzasszony?", was in der Übersetzung so viel heißt wie "Entschuldigung, wo ist.. Feuerfrau?". Hat dann noch n bisschen gedauert, bis uns endlich klar war, warum sämtliche Leute in Lachen ausgebrochen sind..


Nächster Stop: Belgrad, Serbien. Ihr wisst ja spätestens seit Krakau, wie begeistert ich von Couchsurfing bin, und in Belgrad wars dann mal wieder so weit. Zufällig bin ich bei dem Mädel gelandet, dass ganz Belgrad kennt und ich hab wieder mal - zum Glück- gelernt an Vorurteilen zu arbeiten. Belgrad ist wirklich nicht so die allerschönste Stadt, aber sämliche Menschen, die ich während meiner Reise kennengelernt habe (was dank meiner Gastgeberin nicht gerade wenige waren), waren so unglaublich nett und gastfreundlich und haben mir in der kurzen Zeit quasi alles gezeigt, was es so in Belgrad zu sehen gibt, einschließlich Titos Mausoleums und typischer serbischer Kneipen mit Volksmusik, die so beliebt waren, dass man kaum einen Platz bekommen hat. Ich war nicht unbedingt skeptisch oder hatte Angst vor meiner Abreise, aber mir war doch schon ein bisschen mulmig vor meiner Abreise gewesen, besonders nachdem mein ungarischer Sprachlehrer quasi seine Hände überm Kopf zusammengeschlagen hat, als er von meinen Plänen gehört hat alleine nach Serbien zu fahren. Das interessante ist, dass die Vorurteile, die gegenüber Serbien bestehen, zumindest auf Belgrad vollkommen unzutreffend sind. Klar gibt es Stadtteile, die man lieber meiden sollte, aber es ist generell absolut gar kein Problem nachts durch die Stadt zu laufen zum Beispiel. Was fast noch interessanter war, waren die Geschichten meiner Gastgeberin über die NATO-Bombardierungen Belgrads während des Kosovokrieges. Die ersten Tage der Bombardierung waren ziemlich schrecklich, aber laut ihrer Erzählungen sind bereits nach der ersten Woche, die Leute nicht mehr in die Bunker geflüchtet, sondern haben relativ pragmatisch ihr Leben weitergeführt. Sie meinte, eigetnlich sei dieses Jahr eines der besten ihres Lebens gewesen, weil sämtliche Theater und Kinos ständig Gratisvorstellungen zur Volksablenkung gegeben hätten. Die Bevölkerung ist mittlerweile relativ gespalten über den Kosovo an sich, auf der einen Seite argumentieren einige, dass die Kosovo-Albaner nach all den gegen sie verübten Gräultaten durchaus ein gewisses Recht auf einen eigenen Staat haben, auf der anderen Seite gilt das Gebiet des Kosovos als die Wiege der serbischen Nation und deswegen ist es kaum akzeptierbar die Region aufzugeben. Ich wär auch noch total gerne in den Kosovo gereist, aber leider hat die Zeit dazu dann doch nicht mehr gereicht.


Und daaaann... hab ich endlich die Person wieder getroffen, die ihren Blog noch seltener im Ausland updated als ich... SINA :D Voll die coole Zeit, zwei Tage durchs eiskalte Budapest latschen und über alles quatschen, was wir erlebt haben in den letzten Monaten.. und hach... die Zeit war einfach echt zu kurz, mann.. komm bald ma zurück!! :-*
Hey und zu unserer Verteidigung, der Kuchen war echt leckerer als er aussieht!!!


Danach riss der Besucherstrang kaum ab, Sebastian war da (ich sag nur: 70 Maschinenbauer in einem Bus auf Tagestrip nach Ungarn um zu gucken wie hier Autos gebaut werden), Pia ebenfalls für eine Woche, die auch mal auschecken wollte, wo ich hier so gelandet bin und danach haben Papa und Marius, der meine Mama mit ihrem kaputten Knie vertreten hat, ihren Weg in meine nagelneue Wohnung gefunden. Sprich, ich war in den letzten Woche geschätzte sieben Mal in der Burg, 10 Mal auf der Kettenbrücke und habe sämtlichen anderen Sehenswürdigkeiten Budapests mindestens 1 Mal abgeklappert.. ^^ aber es war trotzdem echt cool mit euch allen!!


Puh, also wer es bis hier durchgehalten hat.. ich bin fast fertig mit meinem Update, wir sind schon bei der letzten Reise angelangt - Szeged in Südungarn, ziemlich nah an der rumänischen und auch serbischen Grenze. Als Yvonne angekommen ist, war zumindest mir klar, dass das ungarische Umland doch ein bisschen interessanter ist als die Hauptstadt :). Deswegen haben wir den Dienstag nachts vor Ostern ganz spontan ein paar Couchsurfer in Szeged angeschrieben, ob sie nicht Lust hätten ganz spontan zwei deutsche Mädels aufzunehmen. Ja.. am nächsten Morgen um halb 7 hatten wir die erste positive Antwort, danach kamen in den näcshten paar Stunden noch 3 mehr und wir hatten schon mal eine Unterkunft. Der Besuch war total intensiv und interessant und wir haben im Endeffekt mit unserer Gastgeberin und ihrem besten Freund quasi die Nächte durchquatscht (über Feminismus und so.. ihr wisst schon - eins meiner Lieblingsthemen) und haben uns tagsüber noch mit einem der anderen Couchsurfer getroffen, der mit uns und seinem Freund die Stadt unsicher gemacht hat. Szeged ist ein echt schönes Städtchen und bei der Gesellschaft sind wir dann glatt noch mal eine Nacht länger geblieben als ursprünglich geplant. Am nächsten Tag haben wir dann noch dem nationalen Geschichtsfreilichtmuseum im kleinen Örtchen Ópusztaszer und seinem "Körkép" verbracht, einem 360° Bild, was uns in den Genuss dieser wunderbaren Beschreibung kommen ließ :



Also meine Lieben, DAS WARS JETZT ERSTMAL!!
Das war nämlich alles, war mir so spontan eingefallen ist, über mein Praktikum, das bei der deutschsprachigen Zeitung Budapests morgen losgeht, erzähl ich euch später mal, genauso wie über meinen absolut genialen Privatprof dieses Semester sowieso mein Praktikum bei der deutschen Botschaft in Uganda (jaja, ich weiß, ich habs mit dem U) erzähl ich euch dann beim nächsten Mal!

Minden jót mindenkinek!

Freitag, 16. Januar 2009

kurze Zusammenfassung der letzten *hust* drei Monate

Huhu alle beisammen,

uff, wenn man bedenkt, wie lange ihr jetzt schon nichts mehr von mir gehört habt, könnt ihr euch vorstellen, wie lange dieser Blogeintrag eigentlich werden sollte (ich verweise da einfach mal ganz diskret auf den Umfang des letzten Eintrags von Matthias ;) ). Ich machs aber lieber kurz, und komm lieber auf die aktuellen Sachen, sonst langweilt ihr euch nur zu Tode auf den folgenden 50 Seiten.. mh.. also im Schnelldurchlauf. Nach Krakau gings wieder zurück nach Budapest. Die Sache mit dem nur noch ungarischreden mit meinen Mitbewohnern hat natürlich nicht geklappt, dafür hab ich mir drei Sprachtandempartner gesucht, mit denen ich mich jeweils ein Mal pro Woche zum Ungarisch-Deutsch-Sprechen verabredet hab. Betonung liegt auf Vergangenheit :) Mit Zsuzsi treff ich mich immer noch, das wird sogar immer mehr zur Zeit, weil wir einfach voll gut miteinander klarkommen und sich wirklich auch mal eine der wenigen Ungarn, die verstehen, dass man es als Ausländer nicht unbedingt versteht, wenn man im doppelten Sprachtempo mit sämtlichen Fachwörtern zugelabert wird, die man so kennt.. mit Nummer zwei ist die ganze Sache leider irgendwie wieder eingeschlafen.. und mit Nummer 3, András (sprich Ondrasch).. hat sich die Sache mit der Sprachpartnergeschichte irgendwie ganz schnell wieder erledigt. Also, wir sehen uns halt immer noch, nur jetzt nicht mehr so auf der Sprachpartnerebene.. ja, da wären wir dann auch bei der ersten wichtigen Veränderung angekommen: Lea hat dann wohl seit Ende November einen ungarischen Freund :)
Zweite wichtige Veränderung: Ich bin wieder umgezogen. Mir gefiels in meiner alten Wohnung ja irgendwie schon die ganze Zeit nicht so richtig. Die Wohnung selbst und das Gebäude ware der Hammer, aber die Sache mit dem WG-Leben hat sich irgendwie nicht so wirklich nach meinem Geschmack entwickelt. Irgendwie hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass wir, obwohl wir alle zusammen da gewohnt haben, nicht miteinander gelebt haben, sondern so aneinander vorbei. Mir fehlte halt dieses Nachhausekommen, Sichausquatschen, erzählen, was so am Tag passiert ist undundund. Also habe ich mich wieder auf die Suche gemacht und hab mich schlussendlich recht spontan für eine "Oma"-Wohnung (wobei meine Omas eindeutig besseren Geschmack beweisen!!!) mitten im Zentrum von Budapest entschieden, da wo das richtige Leben abgeht. Die Lage ist also einfach einmalig und meine Mitbewohner/innen schon viel mehr nach meinem Geschmack, aber die Einrichtung ist echt gewöhnungsbedürftig ;) Und das blöde ist einfach, dass meine Mitbewohner alle schon arbeiten und wir uns wegen unserer gegensätzlichen Tagesplanungen nur recht spärlich zu Gesicht bekommen. Aber auf jeden Fall fühle ich mich in meiner neuen Wohnung einfach soooo viel wohler, das zwischenmenschliche passt so viel besser.
Das sind eigetnlich schon die großen Veränderung..
Weihnachten hab ich natürlich zu Hause verbracht (Gott hatte ich ein Heimweh ab dem 19./20. Dezember so) und hab fast so etwas wie einen inversen Kulturschock erlebt. Das Ganze ist schon ziemlich komisch, insbesondere weil ich Ungarn gar nicht so unterschiedlich von Deutschland wahrnehme. Aber plötzlich sieht man doch die Unterschiede in der Lebensqualität, aber auch zum Beispiel in der Einstellung der Menschen in beiden Ländern. Zum Beispiel war mir früher nie aufgefallen, wie höflich doch alle Deutschen miteinander umgehen, während die Ungarn eigentlich immer lieber gleich zum Punkt kommen (was mir wirklich gar nicht mal so unsympathisch ist).
Silvester hab ich mit einer ziemlich coolen Gruppe internationaler Leute wieder in Budapest gebracht.. und hab den teuersten Eintritt meines gesamte Lebens bezahlt... 28 Euro!!! Ohne Trinken, ohne Essen, einfach nur Eintritt!! Der Laden sieht dann halt auch so von innen aus:
nennt sich Moulin Rouge und ist eigentlich ein Revuetheater.. aber sooo toll war die Party dann jetz auch nicht, dass es den Preis wert gewesen wäre ;)







Soa, das wärs dann mal für heute, zum Abschluss noch ein paar Fotos von dem absolut coolen Konzert von einer mazedonischen Band, auf dem ich heute war. Ich hab ja keine Ahnung von Musik, aber das Ganze hörte sich für mich irgendwie so in Richtung Ska an auf Basis von mazedonischer Volksmusik.. und war einfach von der Energie kaum zu übertreffen!! Oben die die eigentliche Band, darunter die ungarische Vorband, waren beide echt ziemlich cool!

Freitag, 24. Oktober 2008

Ein Hoch auf Couchsurfing!

Nachdem ich jetzt schon von mehreren Seiten gehört habe, dass meine Einträge in letzter Zeit ein wenig zu rar werden, wird es heute mal wieder Zeit, euch auf den neusten Stand zu bringen:

Tja, zur Zeit befinde ich mich in Krakau zum Treffen der Osteuropastipendiaten der Stusti.
Mein erstes Mal in Polen.. und ich muss sagen, ich bin wirklch begeistert von der Stadt und den Menschen. So sehr, dass ich einen Moment lang überlegt habe, ob dass nicht vielleicht auch ein cooles Austauschjahr gewesen wäre, zumal es hier sogar eine gute Uni MIT englischen Kursen gibt :).
Das Osteuropa-Treffen fängt eigentlich erst heute an, aber weil natürlich Freitags keine Busse von Budapest nach Krakau fahren, bin ich schon seit Mittwoch in der Stadt (weil ich einfach nicht die Motivation hatte, 20 Stunden in einem ruckeligen, alten "Schnellzug" zu sitzen). Also hieß es Mittwoch morgen um viertel vor fünf aufstehen und auf in den Bus in Richtung Polen. Für 15 Euro (!!!) und nach 8 Stunden Fahrzeit war ich dann endlich da.. und mir wurde klar, dass eine gewisse Organisation von so einem Trip vielleicht gar nicht mal so schlecht ist. Ich glaub ich war wirklich selten so schlecht informiert. Ich hatte keine Ahnung, wo ich angekommen war, wieviel Zloty man für einen Euro bekommt und ob meine Couchsurfinggelegenheit wirklich wusste, dass ich am Mittwoch kommen würde. Jaja, Flo, ich weiß wie sehr die gerade ein Kommentar auf den Lippen brennt, aber... es hat alles super geklappt. Weil mir nix anderes übrig blieb, bin ich einfach mal losgelaufen, der weiblichen Intuition folgend (und dem Großteil der Leute) und war ziemlich schnell in der Innenstadt. Dann stellte sich heraus, dass ich tatsächlich eine Couch für die nächsten zwei Nächte haben würde und die Sache mit dem Zloty habe ich schließlich auch noch herausbekommen (3,65 !). So wurde ich dann um 6 Uhr abends von Kamila und ihrem Freund von Mihal abgeholt und in ihre süße kleine Wohnung im 10. Stock eines von außen ziemlich hässlichen Hochhauses geführt. Wow, ich kann echt nur sagen: Ich LIEBE couchsurfing. Mein Erlebnis in Korsika war schon so positiv gewesen und ich konnte mir vorher kaum vorstellen, dass es überhaupt möglich sein könnte wieder so nett und freundlich aufgenommen zu werden.. aber es war mindestens genauso cool! Kamila ist eine der reisefreudigsten Personen, die ich je kennengelernt habe und hat so ziemlich alles in Europa bereist, was man bereisen kann. Ach, das hat so richtig die Reiselust in mir geweckt. Besonders gerade weil es gerade nicht die Standardziele sind, die sie besucht, die letzte Reise von Kamila und Mihal war zum Beispiel Mountainbiken in Estland. Ihr nächster Plan ist der Update des Lonely Planets über Polen!
Mit den beiden wohnen ihre zwei genauso offenenen und freundlichen Mitbewohner Marianna und Sylvia, die zufälligerweise beide auch noch super Deutsch sprechen. Dann hat sich auch noch rausgestellt, dass Marianna genauso ein Nachtschwärmer ist wie ich und wir haben die letzten beiden Nächte bis morgens um 2 über Gott und die Welt, unsere Auslandserlebnisse und alles mögliche gequatscht. Kurzum: Wer von euch Couchsurfing noch nicht ausprobiert hat: LOS, es ist so lohnenswert! (-> www.couchsurfing.com)

Die Stadt hat den 2. Weltkrieg ziemlich gut überstanden und so besteht die Altstadt hauptsächlich aus schönen, alten Gebäuden, die ausnahmslos in tadellosem Zustand sind. Anscheinend sind es nur die Deutschen (oder ich), die keine Ahnung haben/hatten, wie sehr sich eine Reise hierher lohnt, denn die Stadt ist regelrecht überlaufen von Amerikanern, Australiern, Franzosen, Russen und und und.. Man fühlt sich fast wie in der Münchner Innenstadt, wo man mehr Fremdsprachen aus aller Welt als die Landessprache hört.
Natürlich gehört zu einem Besuch Krakaus auch der Besuch von Auschwitz-Birkenau. Wahrscheinlich haben die meisten von euch schon einmal ein Konzentrationslager besucht, aber die Dimensionen dieses Lagers sind kaum vorstellbar, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Während Auschwitz I auf ehemaligen Gelände der polnischen Armee entstand und mit ungefähr 30 Gebäuden noch relativ überschaubar war, wurde Auschwitz-Birkenau 1942 ausschließlich für die Vernichtung konzipiert. Das Gelände war mit über 300 Gebäuden, von denen heute weniger als 50 erhalten sind, unvorstellbar riesig. Den Abschluss meiner circa dreieinhalbstündigen Führung bildete das Betreten einer der "Häuser", in denen die Frauen untergebracht worden waren - Steinbaracke wäre wohl ein treffenderes Wort. Das war der Moment, wo man am ehesten nachvollziehen konnte, wie unvorstellbar schrecklich das Leben im Lager gewesen sein musste. Es gab weder Licht noch Heizung und mehr als 100 Frauen, manchmal sogar doppelt so viele, waren in einer der kleinen Baracken untergebracht. "Geschlafen" wurde in kleinen Holznischen, 6 oder mehr Frauen auf einer Unterlage, die kaum mehr als 1,30 breit war. Ich glaube, ich kann das Ganze kaum so beschreiben, dass man sich nur annähernd vorstellen kann, welches Gefühl man hat, nachdem man das Lager wieder verlassen, den Stacheldraht und die Beklemmung hinter sich lassen kann. Ich hatte das erste Mal in einem Leben das Gefühl ansatzweise begreifen zu können, welche unbeschreiblichen Dinge damals vor sich gegangen sind. Es war ein schrecklicher Besuch, aber ich bin froh, dass ich es mir angeschaut habe und ich kann nur jedem empfehlen, das auch zu tun, wenn er in der Nähe von Krakau ist.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Eine Woche Schwesternpower


Hey ihr Lieben,

tut mir Leid, dass ihr so lange auf mich verzichten musstet :)
Letzte Woche war meine Schwester Sophie zu Besuch und natürlich verlangte das meine gesamte Aufmerksamkeit! Eine Woche Sightseeing und die Stadt unsicher machen - ich muss sagen, das Sprichwort, dass man seine Stadt erst wirklich kennen lernt, wenn man Besuch hat, hat sich mal wieder als wahr herausgestellt. Nicht nur, dass ich jetzt sämtliche Bars und Restaurants kenne, wir haben zusätzlich so viele Sehenswürdigkeiten abgeklappert wie nur möglich: wir waren am Parlament, auf der Burg, auf der Marghareteninsel (margitsziget) mitten auf der Donau (Duna) (siehe Foto), in den Ausstellung World Press Photo und Körperwelten (Bodies kiállítás) (ja genau, von dem verrückten Kerl, der Menschen präpariert und dann in Scheiben geschnitten ausstellt) und und und.. Und natürlich haben wir ausgenutzt, dass die Hälfte der Filme hier im Kino nicht synchronisiert in Originalsprache ausgestrahlt werden. Ja, was für ein Glück, dass zur Zeit auch die Welle hier läuft. Ich hab natürlich die ganze Zeit versucht, das Deutsche auszublenden und nur die ungarische Untertitel zu lesen, aber nachdem ich dann irgenwann festgestellt habe, dass ich sowieso alles verstehe, hab ich mich dann doch lieber auf die Originalsprache konzentriert, damit ich nicht so ganz das Deutsche verlerne :P
Nein, im Ernst, mit meinem Ungarisch geht es so quälend langsam vorwärts. Obwohl ich jeden Tag gefühlte 1000 neue Worte lerne, ist es so frustrierend. Sobald ich meine Wohnung verlasse und auch nur versuche die Werbung um mich herum zu verstehen, zeigt sich wie langsam ich nur voran komme, geschweige denn, dass ich irgendwas von dem verstehe, was die Leute um mich herum erzählen. Ich freue mich schon jedes Mal, wenn ich im MacDonalds auf Ungarisch (magyarul) bestellen kann. Ja, na klar, ich bin gerade einen Monat hier. Jeder von euch wird wahrscheinlich sagen: Hey, kein Stress, dafür dass du überhaupt nichts konntest, als du angekommen bist, hast du doch schon was erreicht und so schnell kann man nun keine Sprache lernen. Ihr habt Recht, rein objektiv betrachtet... aber ich kann das trotzdem nicht akzeptieren :) Deswegen greife ich jetzt zu radikalen Mitteln. Wenn meine Mitbewohner heute abend von ihren Wochenenden zuhause (außerhalb von Budapest) zurückkommen, werde ich ihnen eröffnen, dass ab morgen unsere einzige Konversationssprache Ungarisch sein wird. Krisztina spricht so perfekt Deutsch und Tamás so gutes Englisch, dass das einfach zu leicht war die letzten Wochen. Deswegen müssen wir glaub ich echt zu radikaleren Maßnahmen greifen, sonst kann ich in einem Jahr genauso wenig wie heute!
Aber zurück zu Sophies Besuch. Die ist seit Samstag wieder in Deutschland und obwohl wir echt die ganze Zeit zusammen waren, war es echt eine coole Woche. Das komische war, dass ich die Stadt auf einmal wie ein Tourist erlebt habe und die Stadt plötzlich wieder mit ganz anderen Augen gesehen habe. Und jetzt, wo sie wieder im Sauerland ist, ist es wieder ganz anders, fast so, als würde mein Auslandsjahr nächste Woche noch einmal von vorne losgehen. Ganz komisch irgendwie. Vielleicht liegt das aber auch einfach daran, dass ich jetzt endlich anfange meine Freizeit zu organisieren (jaja, Sina, enthalte dich deines Kommentars ;) ). Ich hoffe, dass das klappt, dass ich ab nächste Woche Wasserball spiele und ich muss mich langsam auch mal an das Projekt für die Studienstiftung begeben, auch wenn ich da noch nicht so wirklich eine Ahnung hab, was ich machen soll, mal schauen. Auf jeden Fall hab ich festgestellt, dass ich mit dem, was ich mir in den letzten zwei Jahren so sehnlichst gewünscht habe, gar nicht klar komme : freier Zeit. Deswegen werde ich das jetzt in Angriff nehmen!

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Graphtheorie

Neinnein, fangt erst mal an zu lesen, ich werd bestimmt jetzt keine mathematischen Abhandlungen schreiben! Ich wollte eigentlich vielmehr nur über meinen absolut grausamen Tag gestern erzählen.
Das Ganze hat natürlich mit meinem Stundenplan zu tun. Wie ich ja schon erzählt habe, hatte ich bei der Wahl meiner Vorlesungen eigentlich nur die Wahl zwischen "Nicht-Verstehen-Wegen-Ungarisch" und "Nicht-Verstehen-Wegen-Unterrichtslevel". Ich hab mich ja dann für zweiteres entschieden und höre nun also "Graphtheorie" mit lauter 8. und 9. Semestlern, die schon total die Ahnung haben. Ich glaub ich könnte da wohl ganz gut mit leben, zumal die Noten in Deutschland eh nicht anerkannt werden, aber mein Prof ist da anscheinend anderer Ansicht und hat sich vorgenommen mich zu adoptieren und in Graphtheorie aufzuziehen. Gestern war dann unser erstes/-r Einzelgespräch/-unterricht/-treffen angesetzt für 12 Uhr... Ich war froh als ich um 3 endlich wieder draußen war. Okay, froh ist wohl die Untertreibung schlechthin.. Schweißflecken unter den Armen, kaltgeschwitzte Stirn und zitternde Hände.. es war einfach grauenhaft und erniedrigend. Irgendwie schien ihn das nicht wirklich zu interessieren, als ich versucht hab ihm klar zu machen, dass ich keinerlei Basiswissen hab. "So, Lea, what do you know about Hamiltonian circles" - "nothing" - " oh okay, let me explain it to you... and Tutte's theorem.. oh and Hall's theorem.. or wait.. why don't you explain it to me" "but i don't.." "nono, it's okay, don't be shy, you don't have to get nervous, we'll work this out togeher.. or you do it" Und dann ging die Erniedrigung erst richtig los. Es war einfach GRAUENHAFT, weil er mich auch einfach nicht gehen lassen wollte, obwohl es so eindeutig war, dass ich einfach gar keine Ahnung hatte. Nach drei Stunden guckte er mich dann (endlich!!) mit traurigem Blick an und meinte: "okay, you can go now.. next week same time?"

Sonntag, 28. September 2008

8 Gründe warum ich Budapest liebe

Kino (mozi) : gnadenlos billig: 2 Euro Eintritt!

wenige Austauschstudenten: klar, man findet sie, wenn man will (und ich muss sagen, die ERASMUS-Party war echt cool), aber man hört einfach nicht an jeder Ecke Englisch, wenn man sich nicht gerade in den absoluten Touri-Gegenden befindet, und ich muss sagen.. ich find das ziemlich entspannend. Da kann ich in aller Ruhe mein Ungarisch üben.

Gentleman: Ich wusste ja schon immer, dass die Jungs in Pannonhalma unglaublich höflich und zuvorkommend sind, aber anscheinend gehört das hier tatsächlich zur Kultur, zurückhaltend, charmant und höflich zu sein, ich bin so begeistert! (also deutsche Männer: nehmt euch mal ein Beispiel! Einer Frau die Tür aufzuhalten, ist nicht altmodisch!!)

Mode: haha..okay, nicht wirklich ein Grund, höchstens aus unterhaltungstechnischen Gründen. Zu Beschreiben in wenigen Worten: kurz, möglichst durchsichtig und beschränkt, viel Glitzer und Gold, lange Fingernägel (je greller desto besser) Leopardenmuster everywhere und... absolut coole Schuhe!! Also, ich muss sagen, wie interessant die Mode auch sonst.. ich befinde mich hier im absoluten Schuhparadies! Angekommen mit 10 Paar, in einem Jahr: uff.. ich werde mal schaun, irgendwie muss ich das ganze Zeugs ja auch wieder nach Hause bekommen!

Entspanntheit: okay, am Anfang bin ich fast durchgedreht, wie entspannt hier alle alles angehen. Ja, kein Problem, dann warten wir halt drei Stunden in der Schlange, ist halt so, kann man nix machen, passt schon. Doch je länger ich hier bin, desto mehr weiß ich das irgendwie zu schätzen. Ja, ich hasse immer noch Schlangen, aber auf der anderen Seit resultiert diese Entspanntheit auch einfach darin, dass alle unglaublich viel Zeit haben und sich drei Stunden mit den Problemen einer ERASMUS-Studentin auseinandersetzen können =)

Uni
: chaotisch, unbestreitbar, aber: mitten in der Innenstadt, fünf Minuten von meiner Wohnung entfernt! So cool, ich kann verschlafen (was jetzt schon zwei Mal vorgekommen ist, in den letzten fünf Unitagen..) und bin trotzdem noch pünktlich, genial!

IKEA: für noch viiiel billigere Preise als in Deutschland!!

Sprachschulen mit Quasi-Einzelunterricht: ja,ich glaub hier erübrigt sich der Kommentar :)

Samstag, 27. September 2008

a lakásam (meine Wohnung)

Nachdem das mit dem Videoblog nix geworden, hier wenigstens ein kleiner Blick in meine Wohnung :)